23. März 2008
Exactly, Exactly!
In den 110 Minuten des 1973 von Claude Faraldo gedrehten französischen Films Themroc sind das fast die einzigen gut verständlichen Wörter, die ausgetauscht werden. Mal meint man, ein “Vite, vite!” zu vernehmen, oder auch einmal ein mehr gegrunztes als gesprochenes “Non”; der Rest der Dialoge aber setzt sich zusammen aus Husten, Glucksen und unverständlichem Pseudo-Französisch. Und auch das Leben des Protagonisten ist nicht viel aussagekräftiger: Um 6 Uhr aufstehen, frühstücken, zur Metro radeln, durch überfüllte Gänge und Schächte eilen, zur Arbeit quälen, mit den Kollegen streiten, damit einem dann ein Bürohengst die Nase bricht.
Wenn schon der Zuschauer von solch einer obskuren Kultur überrollt wird, wie soll es die Hauptperson dann aushalten? Kein Wunder also, dass der Anstreicher Themroc mit allen gesellschaftlichen Normen bricht, ein reines Lustleben führt und für dieses selbst die spießigsten Nachbarn begeistern kann. Was folgt? Ein bitterböser Spaß, der nicht einmal vor Inzest und Kannibalismus zurückschreckt. Trash vom Feinsten.