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Man isst was man ist

Tue, 15 Jan 2008 12:22:57 +0100

Na, wenn das mal nicht das Totschlagargument gegen personalisierte Werbung ist:

Werbung muss an Massen ausgeliefert werden und das oft bewusst unscharf. Denn das Bedürfnis soll ja erst geweckt werden. Oder es soll ein sehr unterschwelliges Bedürfnis angesprochen werden (zum Beispiel nach fettarmer Salami).

Die aktuellen Entwicklungen von sozialen Netzwerken wie Facebook, StudiVZ und Co., auf das Nutzerprofil abgestimmte Werbebanner einzublenden, sind laut Stephan Noller, Vorstand Produkt & Technologie bei Nugg.ad, keine besonders effektive Methode, um neue Kunden zu gewinnen. Anders als auf Massendaten basierende statistische Profile, die maschinell errechnet werden, seien “echte” Profile kaum zu zielgerichteten Werbekampagnen brauchbar, da sie in der Regel einfach keine relevanten Informationen enthalten oder aus den Angaben kaum sichere Rückschlüsse auf das Kaufverhalten gemacht werden können.

Kleinste Zielgruppen zu buchen könnte theoretisch tatsächlich funktionieren, zum Beispiel wenn ein Dessous-Laden regional werben will. Doch schon an diesem einfachen Beispiel tun sich Probleme auf: Sollen Frauen oder Männer angesprochen werden? Werden die Leute überhaupt “Dessous” als Interesse in Ihr StudiVZ-Profil eintragen? Und wenn ja – werden das diejenigen sein, die tatsächlich am Kauf von Dessous interessiert sind?

Daher auch der logische Schluss:

Die Werbeindustrie in Europa sollte eine klare Grenze ziehen, wo Daten missbraucht werden – sei es auch nur in der subjektiven Wahrnehmung der User. Nachhaltig intelligente Werbung wird letztlich dauerhaft gar nicht anders umsetzbar sein als mit großem Respekt vor den Rechten und Interessen der User.

Das komplette Interview gibt es bei Technology Review.

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