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Sie

Mon, 10 Nov 2008 01:33:30 +0100

Ich muss es wohl eingestehen: Sie ist sehr verlockend. Manchmal überkommt es mich einfach; meistens dann, wenn der Augenblick am unpassendsten ist. In diesen Momenten lasse ich mich einfach gehen, denke nicht mehr über das nach, was ich tue. Dann hat sie mich in ihrer Hand, hat mir den Kopf verdreht. Vernünftige Gedankengänge fassen? Unmöglich. Sie bahnt sich immer wieder ihren Weg, kämpft sich durch ein Dickicht aus Zweifeln und Vorsicht, zerhackt mit ihrer Machete die letzten Überbleibsel meiner Selbst und nistet sich da ein, wo mein Verstand einst war. Dann schreit sie es laut aus mir heraus. Offenbart sich!

Die Leidenschaft flaut ab. Zweifel und Vorsicht kommen wieder. Fragen über Fragen. War ich das? Habe ich sie benutzt? Wollte ich das? Alles zu spät. Die Zeit läuft weiter und hinterlässt ein Schlachtfeld, das nur schwerlich gesäubert werden kann. Sie lässt mich einsam in Dunkelheit stehen. Ich muss dafür gerade stehen, vor meinem Gewissen, vor dem unbekannten Dritten, den ich wieder einmal mit Unsinn konfrontiert hab. Sie ist die Phrase. Ich bin ein Phrasendrescher. Und Du?

Posted in Chaos

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