2. April 2009
Wo alles wahr ist, auch das Gegenteil
Nach meiner kleinen Serie von Experimenten mit dem Zufall und der zufälligen Misinterpretation von nicht-zufälligen Daten hatte ich heute Lust, noch ein bisschen mehr mit dem in diesem Satz bereits dreimal erwähnten, von mir so geliebten Konzept des Fehlens einer vom menschlichen Verstande feststellbaren Ordnung zu spielen.
Diesmal habe ich meinem Computer einen Stift in die Hand gedrückt und ihn auf eine 200×200 Pixel messende Leinwand kritzeln lassen, unter der Bedingung, den Stift niemals abzusetzen, nicht über den Bildrand hinauszumalen (wäre eine fiese Sauerei, im segmentation-fault-Sinn), und, was wohl das Wichtigste ist: sich keine großen Gedanken darüber zu machen, wohin er denn den Stift als nächstes bewegen soll. Dass der Computer sich darüber wohl ohnehin noch keine Gedanken machen wird und die ganzen Bedingungen eigentlich Bedingungen an mich als Instruktionsgeber sind, tut nichts zur Sache und bringt uns im schlimmsten Fall in einen gefährlichen Dschungel aus ontologischen und gar theologischen Fragen, die an dieser Stelle nicht so einfach zu erörtern sind und die ich deshalb erstmal hinten anstellen muss.
Nun zur Technik. Der Computer bekommt ein 2-dimensionales Array, das eine 200×200 Pixel große Bitmap bei einer Farbtiefe von 24 Bit (was eigentlich unnötig ist, da er erstmal nur Schwarzweiß malt, aber ichhattedashaltschonvorbereitet) repräsentiert. Beginnend an Position (0,0) wird dann per Zufall entschieden, in welche Richtung er seinen Stift um genau einen Pixel bewegen soll, wobei jeder Pixel, über den der Stift fährt, schwarz eingefärbt wird. Ein Startparameter legt fest, wie viele Positionswechsel insgesamt vollführt werden sollen. Ein paar der Ergebnisse seht ihr hier.

Jetzt könnte ich noch ein schönes Fazit schreiben und eventuell den ein oder anderen geistreichen Kommentar zum Zusammenhang zwischen Titel dieses Beitrags und seinem Inhalt bringen, aber das tu ich nicht. Ich mag einfach die Bilder.